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Blog: Aufbau und Funktion Profilzylinder Einsteckschloss

Es gibt natürlich viele Sorten und Arten an Türschlösser. Hier wird das Einsteckchloss erklärt, welches in den meisten Wohnungseingangstüren Verwendung findet, das Einsteckschloss Aufbau und Funktion des 72-55-8. Wobei gesagt werden kann, dass viele andere Schlösser gleich oder ähnlich funktionieren.

Für Einsteckschlösser werden Klassen von 1 bis 5 und DIN-Bezeichnungen verwendet. Für unterschiedliche Türarten - Aufbauten, Material- und Konstruktionsarten, sowie jeweilige Anforderungen, z.B. Holztüren, Rohrrahmentüren, Brandschutz, Panikfunktion usw. gibt es auch unterschiedliche Einsteckschlösser.

Das hier beschriebene Schloss ist ein PZ W 72/55/8 Links mit 20mm Stulp, DIN 18251, Klasse 3.

PZ bedeutet Profilzylinder. Es bezeichnet hier die Lochung in Schlosskasten und Deckel, zur Aufnahme für den Profilzylinder.

W bedeutet, dass das Einsteckschloss einen Wechsel hat. Durch den Wechsel kann die Falle mit dem Schlüssel zurückgezogen werden. Bei fehlendem Wechsel muss deshalb beidseitig Drücker verwendet werden, um die Tür von außen öffnen zu können.

72 ist die Entfernung in Millimeter zwischen Mitte Nuss und Mitte Zylinderlochung an der dicken Stelle. Das ist die Stelle, auf Höhe, wo der Schlüssel in den Zylinder eingeschoben wird * siehe Zeichnung.

55 ist das Dornmaß in Millimeter zwischen Mitte Nuss und Vorderkante Stulp.

8 ist der Durchmesser des viereckigen Lochs der Nuss in Millimeter.

20 ist die Breite des Stup in Millimeter. In unserem Beispiel ist der Stulp fest mit dem Schlosskasten verbunden. Es gibt auch Einsteckschlösser mit verschraubtem Stup. Je nach benötigter Richtung, rechts oder links, kann der Stulp und Falle umgedreht werden. Praktisch für den Montagewagen, wegen geringerer Lagerhaltung, aber teurer im Einkauf.

Links bedeutet, es handelt sich um ein linkes Einsteckschloss. Je nachdem wie die Tür angeschlagen ist, also zu welcher Seite die Tür geöffnet wird, muss ein Einsteckschloss rechts oder links sein und ist daran zu erkennen, zu welcher Seite die Falle abgeschrägt ist. Das hier beschriebene Schloss kann für Türen "rechts einwärts" und "links auswärts" verwendet werden. Für Türen "rechts auswärts" und "links einwärts" muss ein Schloss DIN R -rechts- verwendet werden. *siehe Skizze unten.

DIN 18251 : Vor ca. 40 Jahren, also etwa 1975, wurde die Bezeichnung "Deutsche Industrie-Norm" in "Das ist Norm" geändert. Später wurde auch diese Bezeichnung geändert und ist heute unter DIN "Deutsches Institut für Normung" bekannt. Bei DIN handelt es sich um eine freiwillige Norm. Sie ist also nicht zwingend. Wird aber von allen namhaften Unternehmen und Schlosslieferanten benutzt und eingehalten. Es würde auch keinen Sinn machen, wenn Schlösser nicht passen ... Die Zahl 18251 bezeichnet in hier beschriebenem Fall die Maße und Passgenauigkeit. Kurz gesagt, alle auf dem Markt befindlichen Einsteckschlösser namhafter Bauart sind nach Norm gebaut und sollen die Passgenauigkeit garantieren.

Klasse 3 bezeichnet die Widerstandtklasse und den Verwendungsbereich des Schlosses. Hier für Wohnungsabschlusstüren. Oder einfacher ausgedrückt, Wohnungseingangstüren.

Der Aufbau, die Bestandteile und Funktionsweise

Der Schlosskasten dient zur Aufnahme aller Teile und bildet im Ganzen das Einsteckschloss. Der Schlossdeckel ist, wie der Name schon sagt, der Deckel und verschließt den Schlosskasten.

Die Falle ist in eine Führung federnd gelagert. Der um 45° abgeschrägte Bolzen ist bei geöffneter Tür zu sehen. Wenn eine Tür zugezogen wird, springt die Falle in das Schließblech der Zarge. Sie hält die Tür zu, auch wenn nicht abgeschlossen ist. Wenn man eine Falle von außen betrachtet sollte man meinen, das sie recht stabil ist. Jedoch kommt es häufig vor, dass eine Falle bei zu hoher Beanspruchung im Inneren bricht. Denn dort ist eine Falle vom Aufbau relativ dünn. *Anmerkung: Es empfiehlt sich, nur Schlösser von guter Qualität zu wählen, weil Fallen aus solidem Material verwendet werden. Das gilt auch für den Riegel, der brechen kann, wenn beim Schlosskauf gespart wurde.

Der Riegel ist bei geöffneter Tür als rechteckiger Bolzen zu sehen und wird durch drehen des Schlüssels hin und her bewegt, also auf- und abgeschlossen. Dabei hält eine Zuhaltung den Riegel in der jeweiligen Schließposition. Das hier beschriebene Schloss ist 2-Tourig. Es kann wahlweise 1 Mal oder 2 Mal abgeschlossen werden und wird Ausschluss genannt. Im hier beschriebenen Fall sind dies 22 Millimeter. *Anmerkung: Zu der Frage, wieso soll man 1 Mal oder 2 Mal abschließen und wieso geht das nicht sofort die kompletten 22 Millimeter ... Beim hier beschriebenen Schloss ist es der Konstruktion geschuldet. Die Schließnase des Zylinders kann den Riegel nur jeweils pro Drehung entsprechend weit vor und zurückbewegen. Es gibt auch Schlösser bei denen der Riegel bei einer Drehung des Schlüssels ganz raus und rein geschoben wird. Das sind eintourige Schlösser wie z.B. Glastürschlösser, welche nur eintourig sind. Und es gibt Schlösser die zwar eintourig sind, aber aufgrund ihrer Konstruktion wird der Riegel "die volle Distanz" bewegt. Solche Schlösser sind im Rohrrahmenbereich zu finden. Das genannte Glastürschloss ist nicht mit einem Schloss zu verwechseln, welches an einer Vollglastür Verwendung findet. Gemeint ist hier ein Schloss, welches seinen Namen bekommen hat, weil an Türen mit schlankem Holzrahmen eine Glasscheibe in der Tür eingebaut ist. Heute eher an älteren Türen zu finden und nicht mehr geläufig. *Anmerkung: Ein Riegel sollte bei geöffneter sowie bei geschlossener Tür immer leicht beweglich und ohne Widerstand schließbar sein. Nur die Kraft der Zuhaltung und dessen Feder sollte überwunden werden müssen, um einen Schließvorgang tätigen zu können. Andernfalls kann ein Riegel während des Schließvorgangs etwas zurückspringen oder nicht ausreichend ausgeschlossen werden und der Riegel deshalb nicht durch die Zuhaltung in richtiger Position arretiert werden. Dies kann dazu führen, das der Riegel nicht mehr bewegt werden kann, weder ganz auf noch ganz zu. Er steht quasi auf halber Strecke und nichts geht mehr.

Die Zuhaltung wird durch eine Feder gegen den Riegel gedrückt, bzw. die Aussparungen der Zuhaltung greifen in die Aussparungen des Riegels. Dadurch wird der Riegel in seine jeweilig geschlossene oder offene Position gehalten. Beim Schließvorgang, also wenn der Schlüssel gedreht wird, hebt die Schließnase des Zylinders die Zuhaltung vom Riegel weg und bewegt dabei den Riegel. Nach der Drehung der Schließnase senkt sich die Zuhaltung wieder und arretiert den Riegel.

Die Nuss ist drehbar gelagert und wird zwischen Schlosskasten und Deckel gehalten. Eine starke Feder drückt die Nuss in Position und hält damit den Türdrücker "die Klinke" hoch. Anmerkung: Die Nussfeder wirkt nicht auf die Falle. Sollte die Nussfeder gebrochen sein wird die Falle trotzdem durch ihre Feder nach außen gedrückt und der Drücker dadurch angehoben. Erkennbar ist eine defekte Nussfeder daran, dass der Drücker wesentlich leichter bewegt werden kann. Oft reicht der Druck der Fallenfeder nicht aus und der Drücker hängt sichtbar nach unten. Achtung: wenn ein Einsteckschloss unsachgemäß geöffnet wird, kann die Nussfeder wegen ihrer hohen Spannung schlagen oder springen und zu Verletzungen führen! In der Nuss befindet sich ein viereckiges Loch. Im hier beschriebenen Fall 8 Millimeter. Durch dieses Loch wird eine viereckige "Stange" geschoben, der Drückervierkant, auch als Wechselstift bezeichnet. Es gibt viele Arten von Wechselstifte für unterschiedlichste Anwendungsbereiche. Jedoch ist Sinn und Zweck immer gleich: mit dem Drücker die Nuss drehen und somit die Falle zurückziehen -bei Panikschlösser wird so auch gleichzeitig der Riegel zurückgezogen- Der Wechselstift ist also die Verbindung vom Drücker zur Nuss.

Der Wechsel ist eine flache Stange. Wenn der Riegel ganz zurück geschlossen ist, also in offener Stellung, kann durch weiteres Drehen des Schlüssels die Schließnase des Zylinders gegen den Wechsel gedrückt werden. Dabei wird die Falle zurückgezogen. Beim hier beschriebenen Schloss kann der Wechsel von beiden Seiten mit Schlüssel bedient werden, also von innen und außen. Der Wechsel und der Wechselstift erfüllen den gleichen Zweck, die Falle zurückzuziehen.

Distanzteile halten den Deckel in gewünschte Position zum Schlosskasten und dienen in Röhrchenform auch als Schraubendurchführung für Rosette oder Beschlag. So bilden diese "Röllchen", auch als Spanschutzbuchsen bezeichnet, eine vom Schlossinneren getrennte Durchführung durch das Einsteckschloss. Ein weiteres Distanzteil befindet sich neben der Profilzylinder-Lochung. Auch diese hält den Deckel in Position und ist zudem gelocht, damit die Zylinder-Befestigungsschraube hindurch passt.

Das offene Einsteckschloss und die benötigte Richtung: DIN L/R - links oder rechts

offenens Eisteckschlossrechts oder links?